Living Well Plus bei Krebs
3,8 Medizin Aktualisiert 2. September 2026
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Vorteile
- Bietet verständliche Informationen zu Bewegung
- Ernährung und Entspannung.
- Kann helfen
- den Alltag während der Krebstherapie besser zu strukturieren.
- Übersichtliche Inhalte erleichtern den schnellen Zugriff auf passende Tipps.
- Geeignet als ergänzende Unterstützung neben der medizinischen Behandlung.
- Kann Angehörigen Anregungen für eine unterstützende Begleitung geben.
Nachteile
- Ersetzt keine persönliche Beratung durch Onkologen oder anderes Fachpersonal.
- Nicht alle Empfehlungen passen zu jeder Krebsart oder Therapiephase.
- Der Nutzen hängt stark von der regelmäßigen Anwendung im Alltag ab.
- Einige Inhalte könnten für erfahrene Betroffene zu allgemein gehalten sein.
- Für die Nutzung persönlicher Funktionen kann eine Registrierung erforderlich sein.
Analysiert von Mobexer
Wenn Krebs den Alltag bestimmt, sind es oft nicht nur die medizinischen Termine, die Kraft kosten. Auch Fragen wie „Was wollte ich heute noch erledigen?“, „Welche Beschwerden sollte ich ansprechen?“ oder „Wie erkläre ich meiner Familie, dass ich gerade weniger schaffe?“ können sich ständig im Kopf drehen. Genau an diesem Punkt setzt Living Well Plus an. Die kostenlose Medizin-App von Prosoma möchte Menschen während einer Krebserkrankung im täglichen Leben begleiten und dabei helfen, die eigene Lebensqualität bewusster im Blick zu behalten.
Ich sehe die App vor allem als persönlichen Begleiter zwischen Arztgesprächen, nicht als Ersatz für eine Behandlung. Das ist ein wichtiger Unterschied. Sie kann dabei helfen, Gedanken zu ordnen, den eigenen Alltag strukturierter wahrzunehmen und Gespräche mit Angehörigen oder dem Behandlungsteam vorzubereiten. Wer allerdings eine reine Terminverwaltung, eine Notfalllösung oder eine vollständige medizinische Dokumentation erwartet, sollte seine Erwartungen von Anfang an richtig einordnen.
Wie Living Well Plus in einen gemeinsamen Haushalt passt
Ein realistisches Beispiel: Eine Person kommt nach einer belastenden Behandlung nach Hause und möchte sich eigentlich ausruhen. Gleichzeitig fragt die Familie, ob noch eingekauft werden muss, ob ein Termin ansteht oder ob Unterstützung gebraucht wird. In solchen Situationen kann eine App wie Living Well Plus einen ruhigen Moment schaffen, in dem die betroffene Person den eigenen Zustand und die persönlichen Bedürfnisse zunächst für sich sortiert. Das ist oft hilfreicher, als spontan auf jede Frage antworten zu müssen.
Für mich liegt die Stärke dabei nicht darin, dass alle Haushaltsmitglieder dieselbe App verwenden. Vielmehr kann die Anwendung als persönlicher Raum für die betroffene Person dienen. Die Familie kann anschließend besser verstehen, welche Themen gerade wichtig sind, sofern die Nutzerin oder der Nutzer diese freiwillig teilt. Diese Grenze ist entscheidend: Ein Angehöriger sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass er jedes Detail sehen oder kontrollieren darf.
Auf einem gemeinsam genutzten Smartphone oder Tablet ist deshalb etwas Umsicht nötig. Wer das Gerät mit anderen teilt, sollte darauf achten, dass persönliche Inhalte nicht offen auf dem Bildschirm liegen. Ich würde die App nicht einfach in einem Wohnzimmer öffnen und anschließend das Gerät unbeaufsichtigt liegen lassen, wenn sensible Gedanken oder gesundheitliche Informationen darin festgehalten werden. Das ist kein spezielles Problem dieser Anwendung, sondern eine grundsätzliche Regel für Gesundheits-Apps.
Für Paare kann die Nutzung trotzdem praktisch sein, wenn beide vorher absprechen, wie viel Unterstützung erwünscht ist. Eine Person kann die App selbstständig nutzen und später nur die Punkte ansprechen, bei denen Hilfe nötig ist. Das verhindert, dass jede kleine Veränderung sofort zu einer Diskussion wird. Gerade bei Krebs ist es wertvoll, wenn die betroffene Person die Kontrolle über den eigenen Alltag behält.
Bei Kindern im Haushalt würde ich besonders vorsichtig sein. Die App richtet sich inhaltlich an Menschen im Zusammenhang mit Krebs, und die Altersfreigabe liegt bei USK ab 0 Jahren. Das bedeutet für mich nicht, dass sie als Kinder-App gedacht ist. Die Freigabe beschreibt den allgemeinen Jugendschutz, nicht automatisch die emotionale oder medizinische Eignung für ein Kind. Eltern sollten daher selbst entscheiden, welche Inhalte ein Kind sehen oder verstehen soll.
Der erste Schritt: ein eigenes Nutzungskonzept statt gemeinsamer Dauerzugriff
Bevor man die Anwendung im Haushalt einsetzt, lohnt sich eine einfache Vereinbarung: Wer nutzt sie, wann wird sie geöffnet und welche Informationen bleiben privat? Diese drei Fragen klingen banal, können aber viel Druck herausnehmen. Ich würde einer erkrankten Person nicht empfehlen, die App gemeinsam mit einem Angehörigen einzurichten, wenn dadurch das Gefühl entsteht, beobachtet oder bewertet zu werden.
Besser ist ein zweistufiger Ablauf. Zuerst richtet die betroffene Person die App in Ruhe selbst ein und entscheidet, welche Bereiche sie ausprobieren möchte. Danach kann sie einem Angehörigen erklären, welche Unterstützung hilfreich wäre. Das kann ein Einkauf, eine Fahrt zum Termin oder schlicht mehr Ruhe im Tagesablauf sein. Die App wird dadurch nicht zu einem Kontrollinstrument, sondern zu einem Ausgangspunkt für bessere Absprachen.
Wer das Gerät mit einem Partner oder einer Partnerin teilt, sollte außerdem darauf achten, nicht versehentlich das falsche Nutzerprofil oder den falschen Bereich zu öffnen. Ich würde persönliche Einträge nicht auf einem Familiengerät anlegen, wenn mehrere Menschen ohne klare Trennung darauf zugreifen. Ein eigenes Smartphone ist für sensible Inhalte meist die angenehmere Lösung. Falls das nicht möglich ist, sollte das Gerät zumindest nicht dauerhaft entsperrt herumliegen.
Die App ist kostenlos, was den Einstieg erleichtert. Gerade bei einer Krebserkrankung können zusätzliche laufende Ausgaben unerwünscht sein. Trotzdem würde ich vor der ersten Nutzung prüfen, ob das verwendete Gerät ausreichend geschützt ist und ob die betroffene Person sich mit der Bedienung wohlfühlt. Ein kostenloser Zugang ist nur dann wirklich hilfreich, wenn die Nutzung nicht durch Unsicherheit oder technische Hürden belastet wird.
Was die App im Alltag leisten kann und was nicht
Living Well Plus ist für mich am sinnvollsten, wenn sie regelmäßig, aber nicht zwanghaft genutzt wird. Ein kurzer Blick in einer ruhigen Tagesphase kann genügen, um die eigene Situation bewusster wahrzunehmen. Viele Menschen machen den Fehler, eine Gesundheits-App wie ein weiteres Pflichtprogramm zu behandeln. Bei einer schweren Erkrankung kann genau das zusätzlichen Stress erzeugen.
Ich würde deshalb nicht versuchen, jeden Tag möglichst viele Inhalte abzuarbeiten. Sinnvoller ist es, einen festen, realistischen Zeitpunkt zu wählen, etwa nach dem Frühstück oder am frühen Abend. Wenn die Konzentration an einem Tag fehlt, sollte man die App auch einfach geschlossen lassen. Eine gute Begleitung darf entlasten und darf nicht selbst zur Aufgabe werden.
Besonders nützlich kann die Anwendung sein, wenn man vor einem Gespräch mit dem Behandlungsteam merkt, dass sich viele Gedanken vermischen. Dann hilft es, die wichtigsten Beobachtungen oder Fragen vorher zu sammeln. Im Termin selbst vergisst man sonst leicht, was man ansprechen wollte. Living Well Plus kann dabei als gedankliche Vorbereitung dienen, ersetzt aber keine professionelle Einschätzung.
Das ist auch die wichtigste Grenze der App. Bei neuen, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden würde ich nicht erst in einer App nach einer Erklärung suchen. In einem medizinischen Notfall zählt direkte Hilfe. Auch Entscheidungen über Medikamente, Dosierungen oder eine Veränderung der Behandlung gehören in die Hände des zuständigen Fachpersonals. Die Anwendung kann Gespräche unterstützen, aber sie sollte niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen.
Koordination mit Angehörigen: hilfreich, solange die Grenzen klar bleiben
In vielen Familien entsteht die größte Reibung nicht durch fehlende Hilfsbereitschaft, sondern durch unterschiedliche Vorstellungen davon, was „Hilfe“ bedeutet. Die erkrankte Person möchte vielleicht Ruhe, während Angehörige ständig nachfragen. Oder die Familie organisiert vieles ungefragt, obwohl eigentlich nur eine einzelne Aufgabe abgenommen werden soll. Eine persönliche Gesundheits-App kann helfen, diese Bedürfnisse zunächst zu klären.
Ich würde die App deshalb nicht als gemeinsames Kommandozentrum betrachten. Praktischer ist sie als Vorbereitung für ein kurzes Gespräch: Was ist heute schwierig? Welche Aufgabe kann jemand anderes übernehmen? Welche Themen sollen beim nächsten Arztbesuch zur Sprache kommen? Diese Übersetzung von innerem Stress in konkrete Bitten ist ein echter Mehrwert, besonders wenn die betroffene Person sonst dazu neigt, alles herunterzuspielen.
Ein konkreter Ablauf könnte so aussehen: Die Nutzerin nimmt sich am Vormittag einige Minuten für die App. Danach sagt sie ihrem Partner nicht einfach „Mir geht es schlecht“, sondern formuliert eine klare Bitte wie „Bitte übernimm heute den Einkauf, damit ich mich ausruhen kann“. Die Anwendung erledigt den Einkauf natürlich nicht. Ihr Wert liegt darin, dass sie helfen kann, die eigene Lage bewusster zu erfassen und daraus eine verständliche Absprache zu machen.
Für Angehörige ist Zurückhaltung wichtig. Ich würde nicht regelmäßig nachfragen, ob neue Einträge vorhanden sind, und auch nicht versuchen, aus jeder Stimmungsschwankung eine medizinische Schlussfolgerung zu ziehen. Menschen mit Krebs erleben gute und schlechte Tage, ohne dass sich daraus automatisch eine eindeutige Entwicklung ableiten lässt. Unterstützung sollte deshalb immer als Angebot formuliert werden, nicht als Überwachung.
Wer mehrere Personen in die Organisation einbeziehen muss, kann die Erkenntnisse aus der App in einem separaten Familiengespräch zusammenfassen. Dabei sollte die betroffene Person selbst bestimmen, was weitergegeben wird. Diese Trennung zwischen persönlicher Reflexion und gemeinsamer Planung empfinde ich als besonders wichtig. Sie verhindert, dass ein privater Eintrag plötzlich zum Gesprächsthema für den gesamten Haushalt wird.
Alter, Vertrauen und die richtige Rolle der Familie
Die Altersfreigabe ab 0 Jahren kann bei Familien zunächst beruhigend wirken, sagt aber wenig darüber aus, ob die App für jede Person im Haushalt passend ist. Ein erwachsener Mensch mit einer Krebserkrankung braucht möglicherweise eine sehr persönliche, selbstbestimmte Nutzung. Ein jüngeres Familienmitglied kann dagegen eher davon profitieren, wenn ein Erwachsener die Inhalte erklärt und emotionale Fragen nicht allein der App überlassen werden.
Ich würde Kindern die Anwendung nicht als Lehrmittel überlassen, mit dem sie die Erkrankung eines Elternteils selbstständig verstehen sollen. Eine App kann Gesprächsanlässe liefern, aber sie ersetzt kein altersgerechtes Gespräch und keine verlässliche Betreuung. Kinder brauchen klare, ehrliche Antworten und die Sicherheit, dass Erwachsene für die medizinischen Entscheidungen verantwortlich bleiben.
Auch bei älteren Menschen entscheidet nicht das Alter allein darüber, ob Living Well Plus gut funktioniert. Wichtiger sind Sehvermögen, Konzentration, Erfahrung mit Smartphones und die Bereitschaft, persönliche Themen digital festzuhalten. Ein Angehöriger kann beim Öffnen oder bei technischen Schritten helfen, sollte aber nicht automatisch die Antworten übernehmen. Sonst geht genau die persönliche Perspektive verloren, für die eine solche Anwendung gedacht ist.
Wenn eine Person kognitiv erschöpft ist oder sich durch digitale Eingaben schnell überfordert fühlt, kann ein Papiernotizbuch oder ein direktes Gespräch die bessere Lösung sein. Das ist keine Niederlage. Die beste Methode ist diejenige, die im Alltag tatsächlich genutzt wird. Living Well Plus bietet einen digitalen Rahmen, aber nicht jeder Mensch möchte seine Erkrankung auf einem Bildschirm begleiten.
Vertrauen entsteht außerdem nicht dadurch, dass Angehörige möglichst viel wissen. Es entsteht, wenn die betroffene Person sicher sein kann, dass ein „Heute nicht“ akzeptiert wird. Ich würde Familien daher empfehlen, vorher festzulegen, dass niemand die App ungefragt öffnet oder Antworten bewertet. Diese einfache Regel ist bei einem gemeinsam verwendeten Gerät besonders wichtig.
Meine Nutzungserfahrung und die wichtigsten praktischen Abwägungen
Was mir an Living Well Plus gefällt, ist der klare medizinische Schwerpunkt. Sie wirkt nicht wie eine allgemeine Wellness-Anwendung, die Krebs nur am Rand erwähnt. Der thematische Fokus macht sie für Menschen interessanter, die sich eine Begleitung wünschen, die ihre besondere Lebenssituation ernst nimmt. Der Entwickler Prosoma positioniert die App im Bereich der digitalen Unterstützung rund um Krebs, und genau dort liegt ihr sinnvollster Einsatz.
Gleichzeitig sollte man nicht erwarten, dass eine einzelne Anwendung alle Bedürfnisse abdeckt. Wer vor allem Termine, Befunde und Medikamentenpläne verwalten möchte, ist mit einer spezialisierten Gesundheitsakte oder der Lösung der eigenen Arztpraxis möglicherweise besser bedient. Wer Unterstützung bei Bewegung, Ernährung oder psychischer Stabilität sucht, braucht eventuell zusätzliche Angebote. Living Well Plus kann ein Baustein sein, aber kein kompletter Ersatz für das persönliche Versorgungsnetz.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die emotionale Tagesform. Manche Menschen empfinden es als hilfreich, ihre Situation regelmäßig zu betrachten. Andere werden durch jede Erinnerung an die Erkrankung zusätzlich belastet. Ich würde deshalb in den ersten Tagen darauf achten, ob die Nutzung tatsächlich mehr Klarheit bringt oder ob sie Grübeln verstärkt. Wenn nach der App-Nutzung regelmäßig mehr Angst als Orientierung zurückbleibt, ist eine Pause oder ein anderes Format wahrscheinlich sinnvoller.
Die aktuelle Version ist 1.0.63 und läuft ab Android 7.0. Für viele ältere Android-Geräte ist das grundsätzlich eine niedrige Einstiegshürde. Trotzdem hängt die praktische Erfahrung nicht nur vom Betriebssystem ab. Bildschirmgröße, Bedienbarkeit und die persönliche Sicherheit im Umgang mit dem Gerät spielen eine große Rolle. Auf einem sehr alten oder langsamen Smartphone kann selbst eine einfache Anwendung anstrengender wirken als auf einem moderneren Gerät.
Die App wurde am 21.04.2023 veröffentlicht. Ihre Bekanntheit zeigt sich unter anderem daran, dass sie bereits über 100.000 Installationen erreicht hat. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,8 aus 145 Bewertungen. Für mich ist das kein Grund, sie pauschal abzulehnen, aber auch kein Signal für eine uneingeschränkte Empfehlung. Es spricht dafür, die eigene Nutzung kritisch zu beobachten und nicht automatisch anzunehmen, dass die App für jede Krebssituation gleich gut passt.
Bei der Entscheidung hilft eine einfache Frage: Möchte ich eine digitale Begleitung, die mir hilft, meine Situation selbst zu ordnen, oder suche ich ein Werkzeug, das konkrete organisatorische Aufgaben übernimmt? Für die erste Aufgabe kann Living Well Plus interessant sein. Für die zweite sind Kalender, Notiz-Apps, Medikamentenplaner oder direkte Absprachen mit Angehörigen oft geeigneter. Die Unterschiede sollte man kennen, bevor man die App zum Mittelpunkt der gesamten Organisation macht.
Für wen ich Living Well Plus empfehlen würde
Ich würde die App vor allem Menschen empfehlen, die während einer Krebserkrankung einen festen, persönlichen Ort für ihre Gedanken und den eigenen Alltag suchen. Sie passt zu Nutzerinnen und Nutzern, die bereit sind, sich gelegentlich mit ihrem Befinden auseinanderzusetzen und daraus bessere Gespräche oder konkrete Bitten an Angehörige abzuleiten.
Auch für Familien kann sie indirekt hilfreich sein. Nicht, weil alle Zugriff auf dieselben Inhalte erhalten sollten, sondern weil die betroffene Person ihre Bedürfnisse besser formulieren kann. Ein Partner, eine erwachsene Tochter oder ein enger Freund kann dadurch gezielter unterstützen, ohne ständig raten zu müssen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Familie die Privatsphäre respektiert und die App nicht als Kontrollmöglichkeit behandelt.
Weniger passend ist sie für Menschen, die ausschließlich eine medizinische Akte, eine Notfallfunktion oder eine detaillierte Verwaltung von Medikamenten und Terminen suchen. Ebenso würde ich sie nicht als alleinige Lösung für akute psychische Belastung verwenden. In solchen Situationen sind direkte Ansprechpartner, ärztliche Hilfe und persönliche Unterstützung wichtiger als jede digitale Anwendung.
Wer digitale Gesundheitsangebote grundsätzlich ablehnt, sollte sich ebenfalls nicht unter Druck setzen. Ein Gespräch mit dem Behandlungsteam, ein Kalender auf Papier oder ein Notizbuch können genauso wertvoll sein. Die kostenlose Nutzung beseitigt zwar eine finanzielle Hürde, aber nicht die Frage, ob sich die Methode persönlich richtig anfühlt.
Mein Fazit für die Nutzung im Haushalt
Living Well Plus ist für mich eine ernstzunehmende Begleit-App im medizinischen Bereich, wenn man sie mit einer klaren Erwartung nutzt: Sie soll Menschen mit Krebs im Alltag unterstützen, nicht die Behandlung übernehmen und nicht die Familie steuern. Ihre größte Stärke liegt in der persönlichen Reflexion und in der Vorbereitung auf Gespräche. Gerade zwischen Terminen kann das helfen, aus einem diffusen Gefühl konkrete Fragen oder Wünsche zu machen.
Im gemeinsamen Haushalt empfehle ich eine deutliche Grenze zwischen privater Nutzung und gemeinsamer Organisation. Die betroffene Person sollte selbst entscheiden, was sie einträgt und was sie weitergibt. Angehörige können bei technischen Schritten oder im Alltag helfen, sollten aber keinen dauerhaften Zugriff oder eine Überwachungsrolle anstreben. Für Kinder ist die Altersfreigabe kein Ersatz für eine altersgerechte Begleitung durch Erwachsene.
Mit einer Bewertung von 3,8 bei 145 Bewertungen ist der Eindruck insgesamt gemischt, aber nicht uninteressant. Die App ist kostenlos, ab Android 7.0 verfügbar und hat bereits über 100.000 Installationen. Diese Eckdaten machen den Einstieg leicht. Entscheidend bleibt jedoch, ob sie im persönlichen Alltag wirklich entlastet. Ich würde sie ausprobieren, aber bewusst als freiwilliges Werkzeug und nicht als zusätzliche Pflicht.
Mein persönliches Urteil fällt deshalb vorsichtig positiv aus. Für Menschen, die während einer Krebserkrankung mehr Struktur, Selbstbeobachtung und Gesprächsvorbereitung suchen, kann Living Well Plus eine gute Ergänzung sein. Für akute Beschwerden, vollständige Organisation oder Familienkontrolle ist sie nicht die richtige Antwort. Wer diese Grenzen respektiert und die eigenen Daten sowie die eigenen Entscheidungen in der Hand behält, bekommt eine kostenlose digitale Begleitung, die im richtigen Moment durchaus nützlich sein kann.
FAQ
Was ist Living Well Plus bei Krebs und für wen ist die App geeignet?
Living Well Plus bei Krebs ist eine digitale Begleitung für Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben. Die App kann dabei helfen, Informationen zu Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten, den Alltag zu strukturieren und persönliche Erfahrungen zu dokumentieren. Sie richtet sich je nach Programm an Betroffene, möglicherweise auch an Angehörige oder Betreuungspersonen. Vor dem Download sollte geprüft werden, ob die angebotenen Inhalte für die eigene Erkrankung und Region verfügbar sind.
Welche Funktionen bietet Living Well Plus bei Krebs im Alltag?
Die App kann verschiedene Werkzeuge zur Unterstützung des täglichen Umgangs mit Krebs enthalten, beispielsweise Gesundheitsinformationen, Hinweise zum Wohlbefinden, Erinnerungen, Notizen oder Möglichkeiten zur Aufzeichnung von Symptomen und Fortschritten. Der genaue Funktionsumfang kann sich abhängig von Version, Anbieter und Zugang unterscheiden. Nach der Installation empfiehlt es sich, die Bereiche und Datenschutzeinstellungen sorgfältig zu prüfen, bevor persönliche Gesundheitsdaten eingetragen werden.
Ersetzt Living Well Plus bei Krebs eine ärztliche Behandlung oder Beratung?
Nein. Living Well Plus bei Krebs sollte als ergänzendes Informations- und Unterstützungsangebot verstanden werden und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine individuelle Diagnose oder Therapieempfehlung. Bei neuen, starken oder sich verschlechternden Beschwerden sollte man sich direkt an das behandelnde medizinische Team wenden. Auch wichtige Entscheidungen zu Medikamenten, Ernährung oder Behandlung sollten nicht ausschließlich auf Grundlage der App getroffen werden.
Ist die Nutzung von Living Well Plus bei Krebs kostenlos und benötigt man ein Konto?
Ob die App vollständig kostenlos ist, bestimmte Inhalte nur nach Registrierung freigeschaltet werden oder ein Zugang über eine Organisation erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Angebot ab. Vor der Installation sollten die Angaben im Google Play Store oder App Store sowie mögliche Bedingungen geprüft werden. Ein Konto kann notwendig sein, um Fortschritte zu speichern oder Inhalte geräteübergreifend zu nutzen. Dabei sollte man auf mögliche Kosten und Abonnements achten.
Wie sicher und privat sind die persönlichen Gesundheitsdaten in der App?
Da bei der Nutzung möglicherweise sensible Informationen zu Symptomen, Behandlung oder persönlichem Wohlbefinden gespeichert werden, ist der Datenschutz besonders wichtig. Vor der Eingabe solcher Daten sollten Datenschutzerklärung, Berechtigungen, Speicherort und mögliche Weitergabe an Dritte gelesen werden. Es empfiehlt sich außerdem, ein starkes Passwort zu verwenden und die App nur auf geschützten Geräten zu nutzen. Bei Unsicherheit sollte man den Anbieter oder das Behandlungsteam fragen.











